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Dezentralisierung

Klientinnen und Klienten haben ein neues Zuhause in Altensteig

Die ersten Bewohner der Einrichtung in Schernbach sind nach Altensteig umgezogen. Bauliche Vorgaben machen dies notwendig.

Das Mitarbeiterteam begleitet den Umzug.

Standards einhalten

Klientinnen und Klienten, die teilweise seit vielen Jahren in Seewald-Schernbach im Landkreis Freudenstadt ein Zuhause hatten, leben seit einigen Tagen in ihrer neuen Heimat: im neuen Wohnhaus der BruderhausDiakonie in Altensteig im Landkreis Calw. Die mehr als 150 Jahre alte Einrichtung in Seewald-Schernbach, noch von Gustav Werner, dem Gründer der BruderhausDiakonie initiiert, lässt sich nicht mehr an die neuen Vorgaben der Landesheimbauverordnung mit Mindestraumgrößen und baulichen Ausstattungsdetails anpassen. „Wir verlassen Schernbach mit einem weinenden und lachenden Auge“, sagte Dorothea Rau, Leiterin der Behindertenhilfe und Sozialpsychiatrischen Hilfen der BruderhausDiakonie im Landkreis Freudenstadt beim Umzug am 5. Oktober.

Das neue Konzept überzeugt

„Die Entscheidung, drei kleinere Einheiten in Freudenstadt, Horb und Altensteig zu bauen und damit mitten hinein in die Gemeinde zu gehen, ist die richtige“, ist sich Dorothea Rau sicher. Der Umzug ist kein einfaches Unterfangen für Menschen mit geistiger Behinderung. Mit Gesprächen, Besuchen und Fotos vom neuen Haus in der Altensteiger Bahnhofstraße bereitete das Mitarbeiterteam sie auf den Umzugstag vor. „Ich bin schon um 5.30 Uhr aufgewacht. Ich wollte schon angezogen sein, wenn die Umzugsleute kommen“, sorgte sich beispielsweise Bernd Güntner, der seit 34 Jahren in der Werkstatt in Schernbach tätig ist und auch einige Jahre im Ort gewohnt hat. Er freut sich auf Altensteig, weil er dort im Rollstuhl selbstständig einkaufen, einen Kaffee trinken oder das Kino besuchen kann. Beruflich wird er zunächst pendeln. Er arbeitet weiter in der Schernbacher Werkstatt, möchte aber perspektivisch in die wohnortnahe BruderhausDiakonie-Werkstatt nach Freudenstadt wechseln.

Wo es ging, packten die Bewohner ihre persönlichen Dinge selbst ein oder taten es zusammen mit ihren Betreuern. „Ich bin ein schwäbischer Sammler und hebe jedes Gummile auf“, so Bernd Güntner. Matthias Veigel half engagiert, seine Kartons zu packen. Kaum in Altensteig angekommen, durchstreifte er Hand in Hand mit seiner Betreuerin die neuen Räume.

Selbstständig wohnen und leben

Mit dem Einzug von 18 Klienten sind nun 20 Mitarbeiter im modernen Unterstützungszentrum tätig, bieten vielfältige Hilfen für Menschen mit geistiger Behinderung und Menschen mit psychischer Erkrankung an. „Gustav Werner ist wieder zurück in Altensteig“, resümierte Peter Hauck, Leiter der BruderhausDiakonie im Landkreis Calw, beim Einzug. Hatte Stiftungsgründer Werner doch einst in Altensteig eine Tuchweberei gegründet. Hauck ist vom Konzept des Unterstützungszentrums überzeugt, denn es ermöglicht im Rahmen des Ambulant betreuten Wohnens auch selbstständiges Wohnen und Hilfeleistungen zuhause. „Ein Wechsel von stationär zu ambulant oder umgekehrt bedeutet nun – durch die unmittelbare räumliche Nähe – nicht mehr einen Wechsel der Betreuungsperson. Das macht für Klienten vieles einfacher.“

Foto: Bärbel Altendorf-Jehle

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